Der bemerkenswerte Einfluss der Sonne auf Deine Gesundheit
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Der bemerkenswerte Einfluss der Sonne auf Deine Gesundheit

03.06.19
Der bemerkenswerte Einfluss der Sonne auf Deine Gesundheit

Es gibt für keinen anderen Umwelteinfluss eine derartige gesundheitliche Kontroverse, wie für die Sonnenstrahlung. Während Hautärzte vor starker UV-Strahlung warnen – vor früher Hautalterung, freien Radikalen und Hautkrebs – wird die Angst vor Vitamin D-Mangel vor allem im Winter immer größer. 

 

Der Grund der Diskussion ist die Ultraviolette Strahlung der Sonne, welche durch die Erdatmosphäre zu uns gelangt. Man unterscheidet verschiedene Wellenlängen. Die kurzwelligste Strahlung innerhalb des UV-Spektrums, somit also die energiereichste ist die UV C-Strahlung, gefolgt von UV B und UV A.

 

 Biochemie strahlend einfach erklärt 

Obwohl UV-Licht nicht sichtbar ist, handelt es sich um eine kraftvolle Energieform, die mit unserem Körper interagiert. Die Energie der Strahlung ist der Startimpuls vieler Kettenreaktion innerhalb des Körpers, die die Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. 

Vor allem aber geht sie als Energie auf organische Moleküle über, die zum Ausgleich der hohen Schwingungen ihre Form ändern. Da in allen Lebensformen die Form eines Moleküls seine Funktion bestimmt, hat der Körper durch die Energie-Einwirkung auf einmal neue Rohstoffe in der Hand.

 

 Das sonnigste Vitamin

 Das beste Beispiel für einen positiven Effekt der Sonnenstrahlung ist die Synthese von Vitamin D

 Das Wort Vitamin lässt vermuten, dass es sich um einen lebenswichtigen Stoff (lat. Vita = Leben) handelt, welcher vom Körper nicht selbst hergestellt wird. Dies ist nur teilweise korrekt. In den Membranen verschiedener Hautzellen liegt eine Vorstufe des Vitamin Ds, das 7-Dehydrocholesterol vor. 

 

Die Formen des Vitamin Ds  

Die UV B-Strahlung mit 290-315 Nanometern Wellenlänge kann das Molekül in das aktive Vitamin D3 umwandeln. 

Das so entstandene, flexiblere Molekül verlässt die Plasmamembran und gelangt mit dem Vitamin D-bindenden Faktor ins Blut. Das Vitamin kommt so in die Leber, wo es in Calcidiol umgewandelt wird, die Speicherform des D3s. 

 Unter anderem in den Nieren findet eine weitere Umwandlung des Calcidiols zum Calcitriol statt. Nur diese Form bindet in den Zellen den Vitamin-D-Rezeptor. Über diesen Rezeptor wird die DNA gebunden und dadurch der Stoffwechsel reguliert.   

  

Gibt es mehr Gründe, in die Sonne zu gehen? 

 Ja. Und Nein. 

 Für Vitamin D nicht. Empfohlen werden vor allem kurze, intensive Zeiten in der Sonne mit möglichst viel freier Haut. Für Menschen mit heller Haut kann dies zwischen 10-20 Minuten[1] bedeuten, wenn die UV-Strahlung optimal ist. Also im Sommer, bei hohem Sonnenstand und wenig Wolkenbildung. 

Bei dunklerer Haut ist mehr des Pigments Melanin eingelagert, welches vor UV-Strahlung schützt aber auch die Vitamin D-Bildung einschränkt. Daher verlängert sich hier die benötigte Sonnenzeit etwas. 

 Bei einer kurzen aber intensiven Sonnenbestrahlung wird ähnlich viel Vitamin D gebildet, wie bei einer längeren, bei welcher aber die schädigenden Konsequenzen überwiegen. Dies hängt damit zusammen, dass das fertige Vitamin durch zu viel Licht destabilisiert werden kann. Die passende Zeit sollte abhängig von der Hautfarbe, Tages- und Jahreszeit festgelegt werden. 

 

 Es gibt einen weiteren Grund, warum Licht unsere Gesundheit beeinflusst. Den Circadianen Rhythmus.  

Die Körper der meisten Tiere sind auf einen binären Tagesablauf ausgerichtet. Wir schlafen nachts und sind tagsüber aktiv. Unterschieden werden die beiden Tageszeiten durch Licht. Unser Körper nimmt Lichtreize wahr und wandelt sie in hormonelle Signale um, die uns müde oder wach machen und noch einige andere Dinge in Gang bringen. 

 

 Ein ausgeglichener Tag-Nacht-Rhythmus fördert die Gesundheit. 

Das „Nachthormon“ Melatonin spielt hierbei eine entscheidende Rolle. 

Es entsteht aus dem Neurotransmitter Serotonin, welcher tagsüber produziert wird, als Antwort auf Dunkelheit. Im Winter überwiegen bspw. dunkle Zeiten gegenüber hellen. Daher liegt mehr Melatonin als Serotonin vor. Deshalb wird vermutet, dass hier die Ursache für Winterdepressionen liegt[2]. Es ist dunkel, Melatonin überwiegt und der Serotoninspiegel, welcher positive Stimmung beeinflusst, sinkt. 

Während blaues Licht die Melatonin-Synthese unterdrückt[3], regt rotes Licht sie an. Vor dem Schlafengehen ist rotes Licht somit ideal, um den eigenen Tag-Nacht-Rhythmus zu balancieren. 

 

Wenn Sonne so wichtig ist, ist der Winter dann gefährlich? 

In den Wintermonaten ist die Bildung von Vitamin D wegen des geringen UV-B-Anteils im Sonnenlicht reduziert. Nördlich des 51. Breitengrades kann sie sogar zeitweise ganz ausbleiben. 

 

Wer kann einen Mangel entwickeln[4]? 

  • Menschen in polaren und subpolaren Gebieten
  • Menschen mit dunklerer Haut in nördlichen Gebieten mit geringerer UV B-Strahlung
  • Menschen in Entfernung zum Äquator im Winter
  • ältere Menschen, die nicht mehr genügend der Vorstufe herstellen können 

 Während in der Zeit der Industrialisierung teilweise 90% der Kinder Fehlentwicklungen durch Vitamin D-Mangel aufwiesen[5], ist diese Gefahr heute gebannt. Damals sorgte die natürlicherweise niedrige UV-Strahlung in Europa in Kombination mit Wolkenbildung und Luftverschmutzung durch die Industrie für Rachitis, Knochenfehlbildung und Tuberkulosewellen. 

Heutzutage erschaffen wir aber selbst ein Risiko, durch die Arbeit und Freizeit in geschlossenen Räumen.  

 

8 Stunden in geschlossenen Räumen – Gesundheitsrisiko? 

Was Licht angeht, so wurde gezeigt, dass Fenster in der Arbeitsumgebung durch mehr legitimiert werden als bloß persönliche Präferenz. Sie beeinflussen die emotionale und psychologische Balance eines Angestellten, laut einer Untersuchung von 1998[6]

Generelle Beleuchtung sei dabei sekundär. Wichtig: Größe der Flächen, welche von Sonnenlicht bedeckt sind und der Ausblick. Diese waren direkt verbunden mit der Zufriedenheit der Angestellten, dem allgemeinen Wohlbefinden und der Belastung

 

Nährwerttabelle

 

[1] https://www.sciencedaily.com/releases/2017/03/170308083938.htm.  

[2] Johansson, C.; Smedh, C.; Partonen, T.; Pekkarinen, P.; Paunio, T.; Ekholm, J.; Peltonen, L.; Lichtermann, D.; Palmgren, J.; Adolfsson, R.; Schalling, M. (2001). "Seasonal Affective Disorder and Serotonin-Related Polymorphisms". Neurobiology of Disease8 (2): 351–357. doi:10.1006/nbdi.2000.0373.  

[3] Brainard GC, Hanifin JP, Greeson JM, Byrne B, Glickman G, Gerner E, Rollag MD (August 2001). "Action spectrum for melatonin regulation in humans: evidence for a novel circadian photoreceptor". J. Neurosci21 (16): 6405–12. doi:10.1523/JNEUROSCI.21-16-06405.2001.  

[4] https://www.urmc.rochester.edu/encyclopedia/content.aspx?contenttypeid=19&contentid=vitamind.  

[5]Holick MF. Vitamin D: a millennium perspective. J Cell Biochem 2003; 88:296–307.  

[6] Leather, P., Pyrgas, M., Beale, D., & Lawrence, C. (1998). Windows in the Workplace: Sunlight, View, and Occupational Stress. Environment and Behavior30(6), 739–762. https://doi.org/10.1177/001391659803000601.  

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