Glutathion - der unbekannteste aber größte Held in deinem Körper!
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Glutathion - der unbekannteste aber größte Held in deinem Körper!

13.01.20
Glutathion - der unbekannteste aber größte Held in deinem Körper!

Was kann Glutathion?

Glutathion ist unter den körpereigenen Peptiden wahrscheinlich einer der größten Helden. Seine Schutzfunktionen sind so essentiell, dass Dein Leben ohne es sehr anders aussehen würde.

Medikamente wären toxischer, das Altern würde früher beginnen und wahrscheinlich würden wir uns hüten, in die Sonne zu gehen.

Dennoch kennt kaum jemand Glutathion.

 

In aller Kürze

Glutathion ist ein kleines Protein – oder Peptid – aus den drei Aminosäuren Cystein, Glutaminsäure und Glycin. Es wird in unseren Leberzellen hergestellt und anschließend in alle Gewebe und Zellen des Körpers transportiert.

Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist das Abfangen von freien Radikalen und Peroxiden, die natürlicherweise in unserem Stoffwechsel entstehen. Zusätzlich kann es auch schädliche Oxidation durch externe Faktoren wie Sonnenstrahlung, Rauchen oder Entzündungen minimieren. Es spielt eine Rolle in wichtigen Entgiftungsprozessen.

 

Überall Radikale!

Der sogenannte oxidative Stress wird vor allem durch Sauerstoffradikale (ROS) verursacht, die in der zellulären Energieproduktion in den Mitochondrien entstehen. Da diese Radikale immer anfallen, hat der Körper ein Abwehrsystem, dass diese neutralisiert.

Wenn der Stress aber eine natürliche und gesunde Menge übersteigt, entstehen Schäden an unseren Zellstrukturen (Proteinen, Lipiden und DNA). Wenn das passiert, wird der reibungslose Ablauf des Stoffwechsels behindert.

Einige Folgen:

  • Krankheiten
  • frühzeitiges, zelluläres Altern

 

Wie kann Oxidation zunehmen?

Externe Faktoren: Strahlung, Drogen, Rauchen, Alkohol, Wenig Schlaf

Interne Faktoren: Altern, Entzündungen, Infektionen

 

Obst und Gemüse aktivieren die Radikalabwehr

Viele sekundäre Stoffe, die ebenso wichtig für unsere Gesundheit sind, wie Vitamine und Mineralstoffe, finden wir in „gesunden Lebensmitteln“. Die meisten dieser Stoffe zählen zu den Polyphenolen. Viele von diesen haben antioxidative Eigenschaften, die dafür sorgen, dass reaktive Moleküle neutralisiert werden.

Ein anderer Grund, warum diese Stoffe gut für uns sind ist, dass sie vermutlich unsere körpereigene Antioxidations-Maschinerie anwerfen[1], die vielleicht sogar noch routinierter mit den Gefahren der Oxidation umgehen kann als zugeführte Pflanzenstoffe.

 

Glutathion ist ein zentraler Oxidationsschalter

Kleine Schwefel enthaltene Proteine wie Glutathion, Thioredoxin, Glutaredoxin, and Peroxiredoxin übernehmen den Großteil der körpereigenen Antioxidation und schützen uns damit vor deren negativen, krankheitsverursachenden Konsequenzen.

Glutathion wird von den Enzymen γ-Glutamylcystein-Synthetase und Glutathionsynthetase in der Leber hergestellt. Generell kommt es in zwei gegenteiligen Zuständen vor, dem „reduzierten“ und „oxidierten“ Zustand. Reduziert bedeutet hierbei nicht, dass es ein reduziertes Molekül ist, das nur unvollständig vorhanden ist.

Reduziert bezieht sich auf die Fähigkeit des Moleküls, Oxidantien auszugleichen, indem es selbst oxidiert wird. Oxidiertes Glutathion kann anschließend durch ein weiteres Enzym (Glutathion-Reduktase) wieder in den reduzierten – „aktiven“ - Zustand überführt werden.

Auf diese Weise wirkt es in unseren Zellen als Schalter im sogenannten Redoxgleichgewicht.

 

Glutathion als Gesundheitsindikator

Der Status für oxidativen Stress kann über das Verhältnis von reduziertem (GSH) und oxidiertem Glutathion (GSSG) festgestellt werden. Dieses Verhältnis wurde bereits als klinischer Marker vorgeschlagen, um den Verlauf einiger Krankheiten besser einschätzen zu können, bei denen Oxidation eine Rolle spielt.

Generell gilt: Bei chronischen Krankheiten der Ausscheidungs-, Verdauungs-, oder Herzkreislauferkrankungen, ist die Glutathionkonzentration maßgeblich verringert[2].

 

Glutathion und Detox?

Glutathion hilft bei der Entgiftung sogenannter Xenobiotika. Gemeint sind Stoffe, die dem Körper fremd sind, meist, weil es sich um künstlich hergestellte Medikamte handelt.

Der Körper hat keine Möglichkeit, sie abzubauen. Glutathion bindet sie während des Prozesses der Biotransformation und sorgt dafür, dass sie ausgeschieden werden.

 

Immun 

Auch für das Immunsystem ist reduziertes Glutathion von großer Bedeutung. Es hilft in der Aktivierung der T-Lymphozyten und anderer weißer Blutkörperchen, die aktiv an der Erregerabwehr beteiligt sind.

Das Peptid ist außerdem an der Produktion von Cytokinen beteiligt. Diese Signalmoleküle sorgen für eine effiziente Kommunikation der Immunzellen und somit ein Abwehrsystem, dass gegen Angriffe gewappnet ist.

 

Zuführen von Cystein kann die Glutathionsynthese ankurbeln

Ältere Menschen weisen einen meist einen niedrigeren Glutathionspiegel auf. Eine Studie erschienen im American Journal of Clinical Nutrition[3] hat den Effekt von Glutathion-Bausteinen (Cystein und Glycin) auf eine Gruppe 60-75-jähriger untersucht.

Ziel war es herauszufinden, ob der zunehmende oxidative Stress und die verringerte Glutathionsynthese bei älteren Menschen durch eine Nahrungsergänzung mit Cystein und Glycin ausgeglichen werden kann.

Eine 14-tägige Supplementierung konnte die zelluläre Glutathionkonzentration erhöhen, die insgesamt mit der Konzentration der jüngeren Kontrollgruppe vergleichbar war. Außerdem wurde eine Verringerung von oxidativem Stress gemessen, der im Alter zunimmt.

 

Kann man die Wirkung von Glutathion verstärken?

  1. Durch eine ausreichende Versorgung mit Proteinen kann garantiert werden, dass genug neues Glutathion hergestellt wird. Zusätzliche Einnahme von den Vorstufen Cystein, Glycin und Glutaminsäure kann außerdem helfen, die Synthese anzukurbeln.
  2. Nehme genug schwefelhaltige Nahrung zu Dir. Hierzu gehören zum Beispiel: Rindfleisch, Fisch, Geflügel aber auch Brokkoli, Sprossen, Blumenkohl oder Grünkohl. Auch Gemüse aus der Allium Familie, wie Zwiebeln, Schalloten oder Knoblauch sind gute Schwefelquellen.
  3. Mach es Deinem Radikalabwehrsystem nicht zu schwer! Ein gesunder Lebensstil sorgt dafür, dass Glutathion sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann. Ausreichend Schlaf, ein niedriges psychisches Stresslevel, ausgewogene Ernährung, geringer Alkoholkonsum und dergleichen sorgen dafür, dass Glutathion sich ganz darauf konzentriert, worin es am besten ist: Deinen Stoffwechsel in perfekter Balance zu halten.

 

Zusammenfassung

 

Glutathione ist für unseren Körper ein essentielles Antioxidans. Unser Körper produziert das kleine Peptid zwar selbst, Untersuchungen zeigten aber, dass bei übermäßigem oxidativem Stress durch natürliche Prozesse (wie Alterung) oder externe Faktoren (wie Umweltverschmutzung und Ernährung) Glutathion uns helfen kann, gesund zu bleiben.

 

[1] Jan Ø Moskaug, Harald Carlsen, Mari CW Myhrstad, Rune Blomhoff, Polyphenols and glutathione synthesis regulation, The American Journal of Clinical Nutrition, Volume 81, Issue 1, January 2005, Pages 277S–283S, https://doi.org/10.1093/ajcn/81.1.277S

[2] Lang CA, Mills BJ, Mastropaolo W, Liu MC. Blood glutathione decreases in chronic diseases. J Lab Clin Med 2000;135:402–5. 

[3] McCarty, Mark F, and James J DiNicolantonio. “An increased need for dietary cysteine in support of glutathione synthesis may underlie the increased risk for mortality associated with low protein intake in the elderly.” Age (Dordrecht, Netherlands) vol. 37,5 (2015): 96. doi:10.1007/s11357-015-9823-8

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