Kakao und die Wissenschaft - warum er uns tatsächlich glücklich macht
Superfoods

Kakao und die Wissenschaft - warum er uns tatsächlich glücklich macht

09.10.19
Kakao und die Wissenschaft - warum er uns tatsächlich glücklich macht

Ist Kakao gesund?

Das wichtigste zuerst: Wir reden hier nicht von Milchschokolade! Meistens ist in Schokolade, die wir kaufen, um uns etwas Süßes zu gönnen:

  1. Der Kakaobutter-Anteil höher als der Kakao-Anteil
  2. Es sind noch andere Zutaten hinzugefügt, wie Milch oder Zucker

Aber: Die sekundären Pflanzenstoffe und essentiellen Mineralien, die gut für dich sind, findest Du in (am besten rohem) Kakaopulver ohne Zusätze.

 

Warum ist Kakao gesund?

Sekundäre Pflanzenstoffe

Kakao enthält eine Vielzahl sogenannter Polyphenole1. Diese organischen Moleküle, die in allen Pflanzen vorkommen, sind in diesen für Geruch, Geschmack, Farbe oder den Schutz vor UV-Strahlen oder Schädlingen wichtig. Aber auch auf die menschliche Gesundheit können sie einen Einfluss haben. 

Kakao enthält vor allem:

  • Catechine
  • Anthocyanine
  • Flavan-3-ole
    • Proanthocyanidine

All diese Stoffe wurden bereits auf ihre positiven Effekte auf die Gesundheit erforscht, da sie in pflanzlichen Nahrungsmitteln in großen Mengen vorkommen. Neben dem antioxidativen Zellschutz und dem Schutz von Blutgefäßen, gibt es noch einige andere Effekte, die ein Überschuss von Polyphenolen mit sich bringen2.

 

Kakao und Mineralien – Wie viel Magnesium enthält Kakao wirklich?

Kakao ist reich an Spurenelementen und Massenmineralien, die für die reibungslose Funktion aller Systeme Deines Körpers wichtig sind3.

Welche Mineralstoffe enthält Kakao4?

  • Magnesium: 100 g reiner Kakao = 499 mg Magnesium (133% Deines Tagesbedarfs)
  • Calcium: 100 g reiner Kakao = 128 mg Calcium (16% Deines Tagesbedarfs)
  • Eisen: 100 g reiner Kakao = 13.86 mg Eisen (108% Deines Tagesbedarfs)

 

Natürlich nimmt niemand täglich 100 g Kakao zu sich. Aber allein die Tatsache, dass zumindest einen Teil des Tagesbedarfs an Mineralstoffen aus Kakao kommen kann, ist eine großartige Möglichkeit. 

 

Warum ist genügend Magnesium so wichtig?

Schwerwiegender Magnesiummangel ist sehr selten, da die Nieren Magnesium aus dem Urin filtern und so zurückholen, bevor es ausgeschieden wird.

Allerdings gibt es einen Zustand unzureichender Magnesiumzufuhr, der nicht vernachlässigt werden sollte. Entzündliche Darmerkrankungen können die Aufnahme von Magnesium behindern. Ältere Menschen können außerdem leicht eine Magnesiumimbalance entwickeln, da sie es schlechter aufnehmen und leichter ausscheiden.

Längere Aufnahme von zu wenig Magnesium kann verschiedene Krankheiten begünstigen, darunter: Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Typ-2-Diabetes und Migräne5.

 

Warum essen wir so viel Schokolade?

Die naheliegendste Antwort hierauf ist, weil sie Stoffe enthält, die süchtig machen.

Verarbeitete Schokolade im herkömmlichen Sinn, enthält vor allem Zucker und Fett, denen viele bekanntermaßen nicht widerstehen können.

Außerdem enthält Kakao verschiedene Alkaloide, die psychoaktiv sein können, also unsere Wahrnehmung und unser Verhalten beeinflussen. Hierzu gehört zum Beispiel Theobromin, eine Form des Koffeins. 100 g schwach entöltes Kakaopulver enthält 2,3 g Theobromin, Schokolade ab 40% Kakaoanteil enthält immer noch 630 mg Theobromin pro 100 g6.

 

Schokolade – Für Frauen in Menstruation und Menopause

Gary L. Wenk - Professor für Verhaltensneurowissenschaften an der Ohio State University - geht in seinem Buch auf den Magnesiumgehalt von Kakao und Schokolade ein. Da dieses gerade bei älteren Frauen jenseits der Menopause zu wenig vorliegen kann, verfallen diese Frauen oft dem Schokoholismus. Das Bedürfnis, mehr Schokolade zu essen, sei besonders in dieser Gruppe ungewöhnlich hoch.

Erstaunlicherweise sind die Einnahme von 100 mg entsprechender Magnesiumsalze am Tag oft genug, um den Schokoholismus zu beenden.

In Kakao ist auch der Gehalt an Polyphenolen und Fettsäuren interessant, der mit dem Gehalt an Antioxidantien in Rotwein7 und den Fetten in Olivenöl8 vergleichbar ist. Rotwein als auch Olivenöl haben als Teil der Mediterranen Ernährungsweise nachgewiesene Effekte auf einen gesunden Alterungsprozess und Herz-Kreislaufgesundheit9,10,11.

In Kakao finden wir auch verschiedene Phytoöstrogene12. Diese Pflanzenhormone können durch ihre Ähnlichkeit zum menschlichen Östrogen dessen Spiegel erhöhen. In Zeiten von Östrogenmangel oder in der Menopause kann sich Kakao also positiv auf die Frauengesundheit auswirken.

 

Warum Du mehr Kakao essen solltest

Einfluss von Kakao auf Dein Gehirn und Deine Psyche

Die tägliche Einnahme von Kakao, der mindestens 500 mg Polyphenole enthielt, konnte über 30 Tage hinweg eingenommen die Stimmung von gesunden Probanden signifikant heben13

In einer Studie mit kakaohaltigen Getränken konnte eine Reduktion mentaler Erschöpfung während des Lösens beanspruchender Aufgaben beobachtet werden14.

Der eigentliche Mechanismus, wie Kakao auf Dein Nervensystem wirkt ist besonders bemerkenswert.

Die Polyphenole regen die Bildung von NO (Stickstoffmonoxid) an. Dieses Molekül kann dafür sorgen, dass sich Blutgefäße weiten. Im Gehirn bedeutet das: Bessere Durchblutung, damit mehr Sauerstoff und ein besserer Abtransport von zellulärem Abfall15. Dein Nervensystem wird also besser mit all dem versorgt, was es für ausgezeichnete Funktion benötigt.

In anderen Studien konnten durch Polyphenole, wie sie im Kakao vorkommen, entzündliche Vorgänge im Nervensystem reduziert werden16

 

Einfluss von Kakao auf Dein Herz-Kreislaufsystem

Da Kakao-Polyphenole einen Einfluss auf die NO-Produktion haben, wurde auch ein blutdrucksenkender Einfluss festgestellt. Da, wie oben erwähnt, die Blutgefäße durch NO-Signale geweitet werden, kann der Druck, der in den Gefäßen herrscht gesenkt werden17.

In Zellversuchen wurde außerdem nachgewiesen, dass Flavanole - wie im Kakao – das Enzym ACE hemmen. Dieses sorgt normalerweise dafür, dass sich Blutgefäße verengen und Salz und Wasserspeicherung. Somit hemmen Flavanole einen Faktor, der den Blutdruck erhöht, womit sie einer Erhöhung entgegenwirken.

Wenn man über Herz-Kreislauf-Erkrankungen spricht, ist Cholesterin nie weit. Ein Überschuss von LDL-Cholesterin aus der Nahrung kann zur Destabilisierung der Blutgefäße führen und auf lange Sicht Gefahren bis zum Herzinfarkt begünstigen.

Diverse Untersuchungen bestätigten bereits, dass Kakao-Konsum den Anteil des schützenden HDL-Cholesterins erhöht, während LDL-Cholesterin zurückgeht18,19.

Eine Meta-Analyse konnte bestätigen, dass Kakao auch die bei Probanden mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten den Cholesterinspiegel senken konnte20,21 .

 

Ist Kakao nachhaltig? Worauf du unbedingt achten solltest

Das Problem22,23

Mehr als zwei Drittel des auf dem Weltmarkt gehandelten Kakaos stammen aus Westafrika.

Dieses Kakao-Monopol für Anbau und Verarbeitung ist leider auch durch die Armut der Kleinbauern geprägt. Bei ihnen kommt nicht viel des Profits an, der sie über die Armutsgrenze heben könnte.

Harte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit (in Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten rund 2 Millionen Minderjährige in der Kakaoindustrie), bestimmen den konventionellen Kakaoanbau.

 

Die Lösung

Achte darauf, Schokolade von Herstellern zu kaufen, die über die offensichtlichen ethischen Probleme des Kakaoanbaus sprechen und versuchen, Lösungen voranzubringen.

Selbst, wenn Fairtradesysteme noch nicht allen Bauern ein sorgenfreies Leben gewährleisten können, sind sie doch ein Schritt in die richtige Richtung.

Ökologische Landwirtschaft ohne Pestizideinsatz sorgt nicht nur für ein besseres Produkt, sondern in letzter Konsequenz auch für den ökologischen Erhalt der Anbauregion und die Gesundheit der Bauern und Erntehelfer.

Da das ideale Anbaugebiet von Kakao in feuchtwarmen Regenwaldgebieten liegt, sollte auch darauf geachtet werden, dass der Kakao aus einer Anbauform stammt, die den Regenwald nicht gefährdet24!

 

 

[1] Magrone, Thea et al. “Cocoa and Dark Chocolate Polyphenols: From Biology to Clinical Applications.” Frontiers in immunology vol. 8 677. 9 Jun. 2017, doi:10.3389/fimmu.2017.00677

[2] Francene M Steinberg, Monica M Bearden, Carl L Keen, Cocoa and chocolate flavonoids: Implications for cardiovascular health, Journal of the American Dietetic Association, Volume 103, Issue 2, 2003, Pages 215-223, ISSN 0002-8223, https://doi.org/10.1053/jada.2003.50028.

[3] Francene M Steinberg, Monica M Bearden, Carl L Keen, Cocoa and chocolate flavonoids: Implications for cardiovascular health, Journal of the American Dietetic Association, Volume 103, Issue 2, 2003, Pages 215-223, ISSN 0002-8223, https://doi.org/10.1053/jada.2003.50028.

[4] USDA

[5] https://ods.od.nih.gov/factsheets/Magnesium-HealthProfessional/#h5

[6] https://www.bzfe.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/45540

[7] Gary L. Wenk, Your Brain on Food: How Chemicals Control Your Thoughts and Feelings, Oxford University Press, 01.12.2014.

[8] Magrone, Thea et al. “Cocoa and Dark Chocolate Polyphenols: From Biology to Clinical Applications.” Frontiers in immunology vol. 8 677. 9 Jun. 2017, doi:10.3389/fimmu.2017.00677.

[9] Healthy traditional Mediterranean diet: an expression of culture, history, and lifestyle. Trichopoulou A, Lagiou P Nutr Rev. 1997 Nov; 55(11 Pt 1):383-9.

[10] The Mediterranean diet and nutritional adequacy: a review. Castro-Quezada I, Román-Viñas B, Serra-Majem L Nutrients. 2014 Jan 3; 6(1):231-48.

[11] Mediterranean diet and low-grade subclinical inflammation: the Moli-sani study. Bonaccio M, Cerletti C, Iacoviello L, de Gaetano G Endocr Metab Immune Disord Drug Targets. 2015; 15(1):18-24.

[12] https://www.psychologytoday.com/us/blog/your-brain-food/201011/chocolate-the-good-the-bad-and-the-angry.

[13] https://www.researchgate.net/profile/Con_Stough/publication/235385970_Cocoa_polyphenols_enhance_positive_mood_states_but_not_cognitive_performance_A_randomized_placebo-controlled_trial/links/00463523fcfc30c38d000000.pdf

[14] Scholey AB, French SJ, Morris PJ, Kennedy DO, Milne AL, Haskell CF. Consumption of cocoa flavanols results in acute improvements in mood and cognitive performance during sustained mental effort. J Psychopharmacol (2010) 24(10):1505–14. doi:10.1177/0269881109106923.

[15] Magrone, Thea et al. “Cocoa and Dark Chocolate Polyphenols: From Biology to Clinical Applications.” Frontiers in immunology vol. 8 677. 9 Jun. 2017, doi:10.3389/fimmu.2017.00677.

[16] Magrone, Thea et al. “Cocoa and Dark Chocolate Polyphenols: From Biology to Clinical Applications.” Frontiers in immunology vol. 8 677. 9 Jun. 2017, doi:10.3389/fimmu.2017.00677.

[17] Napoli C, Ignarro LJ. Nitric oxide and pathogenic mechanisms involved in the development of vascular diseases. Arch Pharm Res (2009) 32(8):1103–8. doi:10.1007/s12272-009-1801-1

[18] Shrime MG, Bauer SR, McDonald AC, Chowdhury NH, Coltart CE, Ding EL. Flavonoid-rich cocoa consumption affects multiple cardiovascular risk factors in a meta-analysis of short-term studies. J Nutr (2011) 141(11):1982–8. doi:10.3945/jn.111.145482

[19] Grassi D, Necozione S, Lippi C, Croce G, Valeri L, Pasqualetti P, et al. Cocoa reduces blood pressure and insulin resistance and improves endothelium-dependent vasodilation in hypertensives. Hypertension (2005) 46(2):398–405. doi:10.1161/01.HYP.0000174990.46027.70

[20] Baba S, Natsume M, Yasuda A, Nakamura Y, Tamura T, Osakabe N, et al. Plasma LDL and HDL cholesterol and oxidized LDL concentrations are altered in normo- and hypercholesterolemic humans after intake of different levels of cocoa powder. J Nutr (2007) 137(6):1436–41..

[21] Baba S, Osakabe N, Kato Y, Natsume M, Yasuda A, Kido T, et al. Continuous intake of polyphenolic compounds containing cocoa powder reduces LDL oxidative susceptibility and has beneficial effects on plasma HDL-cholesterol concentrations in humans. Am J Clin Nutr (2007) 85(3):709–17.

[22] https://www.sueddeutsche.de/wissen/kakao-anbau-der-bittere-beigeschmack-der-schokolade-1.3809425

[23] https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte-de/kakao/hintergrund-fairtrade-kakao.html  

[24] https://www.rainforest-alliance.org/species/cacao

Passende Artikel

Liposomales OPC (Traubenkernextrakt)
Liposomales OPC (Traubenkernextrakt)
Inhalt 100 Milliliter
ab 15,90 € *
Liposomales OPC (Traubenkernextrakt) + Rohkakao
Liposomales OPC (Traubenkernextrakt) + Rohkakao
Inhalt 250 Milliliter (10,76 € * / 100 Milliliter)
ab 26,90 € *
Liposomales Resveratrol (Stilbenoid, Polyphenol)
Liposomales Resveratrol (Stilbenoid, Polyphenol)
Inhalt 100 Milliliter
ab 15,90 € *

Kommentar hinterlassen

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.