Nehmen Allergien wirklich zu?
Körper

Nehmen Allergien wirklich zu?

30.07.19
Nehmen Allergien wirklich zu?

Was ist eine Allergie?

Unbetroffene fürchten mit dem Beginn der warmen Jahreszeit meist den Ausbruch einer pandemischen Sommergrippewelle. Denn pünktlich am ersten Sommertag sind sie von schniefenden Mitmenschen mit rot geriebenen, brennenden Augen umgeben sind.

Heuschnupfen ist zwar nicht ansteckend, trotzdem steigt die Patientenzahl von Jahr zu Jahr an. Laut Robert-Koch-Institut leiden fast 15% aller Deutschen irgendwann in ihrem Leben an Heuschnupfen1. Auch unter kleinen Kindern steigt die Patientenrate.

Generell ist eine Allergie als eine Überreaktion des Immunsystems definiert. Ein harmloser Stoff wird als Gesundheitsrisiko eingestuft und mit allen Mitteln bekämpft. Die Symptome entsprechen gängigen Infektionserkrankungen, da das Immunsystem hier ähnlich reagieren würde: Reizung der Schleimhäute, Schwellung der Atemwege, etc. Alles, um den „Erreger“ loszuwerden.

Formal handelt es sich um eine Entzündungsreaktion. Die Zellen des Immunsystems, in diesem Fall die Mastzellen erkennen ein Antigen (Erreger), welches im Falle des Heuschnupfens über die Luftwege ins Körperinnere gelangt ist.

Hierauf produziert die besorgte Zelle ein übertriebenes Maß an IgE-Antikörpers und eine Ausschüttung des Botenstoffes Histamin sorgt schließlich für die Schleimhautreizungen2,3.

 

Warum sind wir allergisch?

Zunächst spielt der genetische Faktor eine Rolle in der Entwicklung einer Allergie. Hierbei ist allerdings bloß eine Anfälligkeit für Allergien von Eltern auf Kinder übertragbar, spezifische Allergien nicht. Ungefähr 10% der Kinder, die keine Eltern oder Geschwister mit Allergien und 20% - 30%, derer, die einen direkten Verwandten mit Symptomen haben, entwickeln in ihrer Kindheit selbst Allergien.4

Symptome einer saisonalen Allergie sind denen einer herkömmlichen Erkältung sehr ähnlich, laufende Nasen, tränende, juckende Augen und Husten. Sie werden meist durch rezeptfreie Antihistaminika oder für einen langfristigen Effekt durch Immuntherapien mit niedrig konzentrierten Dosen des Allergens behandelt.

 

Heutzutage mehr Allergien?5,6

Pollenallergien sind in ganz Europa – welches als eine Luftzone betrachtet wird – verbreitet. Allgemein konnten europäische Allergologen über die letzten Jahrzehnte einen Anstieg in der Verbreitung der Erkrankung nachweisen.

In einem Statement der American Academy of Allergy Asthma and Immunology heißt es beispielsweise, die zunehmende Verbreitung sei unter anderem auf die sogenannte "hygiene hypothesis" zurückzuführen. Diese besagt, dass die Lebensbedingungen in vielen Teilen der Welt heutzutage schlicht zu “sauber” seien, sodass Kinder nicht mehr ausreichend vielen Krankheitserregern ausgesetzt sind, um ihr Immunsystem zu trainieren.

Es ist dann nicht mehr in der Lage, den Unterschied zwischen gefährlichen und ungefährlichen Substanzen zu erkennen.

Studien zeigten, dass Kinder, die auf Bauernhöfen auswuchsen seltener Allergien entwickelten, da sie durch die Tiere öfter Keimen und Keimbestandteilen wie Endotoxin ausgesetzt sind, welche Immunreaktionen erhöhen und allergische Entzündungen verringern.

Eine weitere Theorie besagt, dass eine Antibiotika-Behandlung, insbesondere, wenn sie sehr früh in der Kindheit stattfindet, die Darmflora so verändere, dass ein Einfluss auf die Entwicklung von Allergien und Asthma nicht auszuschließen ist7.

 

Einfluss des Klimawandels?

Einerseits können Lebensstil und Status des Immunsystems eines Betroffenen die Schwere der Allergien von Jahr zu Jahr verändern. Auf der anderen Seite sorgt die Umwelt dafür, dass tendenziell jedes Jahr mehr Pollen fliegen.

Wärmere Temperaturen in einigen Jahren vor, durch den Klimawandel gibt es aber auch insgesamt eine Aufwärtstendenz. Eine für längere Zeit andauernde Periode warmen Wetters bietet das Potenzial für eine verlängerte Pollenproduktion.

Kohlenstoffdioxid, das berüchtigte Treibhausgas kann zu einer erhöhten Pollenproduktion führen, was der Pflanze wiederum mehr Samen liefert und letztendlich im nächsten Jahr noch mehr Pflanzen, die Pollen produzieren. Ein Teufelskreis also8.

 

Therapie und Symptome lindern

Wird der Allergie nicht mit einer Hypersensitivierung begegnet, können Nasensprays, Augentropfen und Inhalation die Symptome meist lindern, Antihistaminika sie sogar kurzzeitig stoppen. Viele achten schlicht darauf, dass Allergien gar nicht erst entstehen.

Eine Kontaktvermeidung mit dem Allergen sollte so weit wie möglich etabliert werden. Dazu sollten für saisonale Allergien folgende Punkte beachtet werden:

  • Spezifizieren der Art des Allergens (Allergietest)
  • Herausfinden der Pollenflugzeit (Monat und täglicher Pollenradar)
  • Weniger Zeit draußen verbringen
  • Auf dem Land fliegen abends wenig Pollen (19- 24 Uhr), in der Stadt morgens (6-8 Uhr)
  • Täglich die Haare waschen
  • Straßenkleidung außerhalb des Schlafraumes lagern
  • Pollenfilter an Fenster anbringen
  • Im Freien eine (Sonnen-)Brille tragen
  • Keine sportlichen Aktivitäten bei starkem Pollenflug

 

Vorbeugung in der Kindheit

Wichtige Ansätze zur Vorbeugung von Allergien sorgen in früher Kindheit für eine ungestörte Ausbildung und Stärkung des natürlichen Immunsystems:

  • Ausschließlich Muttermilch bis zu einem Alter von vier Monaten
    • Teile des Immunsystems der Mutter können so auf den Säugling übergehen
  • Aufwachsen in einem Nicht-Raucherhaushalt
  • Aufnehmen von probiotischen Bakterien durch die Kindernahrung
    • Eine funktionierende Darmflora ist Teil eines gesunden Immunsystems
  • Vorhandensein von genügend Vitamin C und E, und Omega-3 mehrfach ungesättigten Fetten in der Ernährung9.

 

[1] https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/heuschnupfen/verbreitung.html

[2] https://www.healthline.com/health/allergies.

[3] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1398-9995.2007.01393.x.

[4] Van Neerven, R. J. J., and Huub Savelkoul. “Nutrition and Allergic Diseases.” Nutrients 9.7 (2017): 762. PMC. Web. 2 July 2018

[5] https://www.aaaai.org/conditions-and-treatments/library/allergy-library/prevalence-of-allergies-and-asthma#.

[6] http://science.sciencemag.org/content/296/5567/490.

[7] https://www.aaaai.org/conditions-and-treatments/library/allergy-library/prevalence-of-allergies-and-asthma.

[8] https://www.healthline.com/health-news/2018-allergy-season-expected-to-be-bad#2. 

[9] https://www.news-medical.net/health/Treatment-and-Prevention-of-Allergies.aspx

Passende Artikel

Liposomales Curcumin (Kurkuma, Curcuminoide)
Liposomales Curcumin (Kurkuma, Curcuminoide)
Inhalt 100 Milliliter
ab 14,90 € *
Liposomale Astragaloside (Astragalus, Cycloastragenol)
Liposomale Astragaloside (Astragalus,...
Inhalt 250 Milliliter (8,76 € * / 100 Milliliter)
ab 21,90 € *

Kommentar hinterlassen

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.