Wie sekundäre Pflanzenstoffe Deine Gesundheit schützen!
Ernährung

Wie sekundäre Pflanzenstoffe Deine Gesundheit schützen!

02.09.19
Wie sekundäre Pflanzenstoffe Deine Gesundheit schützen!

Wahrscheinlich denkst Du oft darüber nach, wie Du genügend Vitamine zu Dir nehmen kannst, um gesund und glücklich zu bleiben. Diese essentiellen Stoffe nimmst du größtenteils über pflanzliche Quellen zu Dir - Obst, Gemüse, etc.

Aber hast du außerdem von einem der folgenden Stoffe gehört:
Polyphenole, EGCG, Antioxidantien, Bioflavonoide, Coffein, Carotinoide?

 

Hierbei handelt es sich um die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Sekundär sind sie deshalb, weil sie für das Überleben der Pflanze keine essentielle Rolle spielen, wie z.B. die primären Faktoren Mineralstoffe, Wasser oder Licht.  Außerdem findet man sie meist bloß in spezialisierten Zelltypen.

 

Ihre Funktionen dienen dem Wohl der gesamten Pflanze statt bloß der einzelnen Zelle, wie bei Stoffen des primären Stoffwechsels. Sie sind ein Resultat der Anpassung der Pflanze an ihre Umwelt[1].

 

 

 

Was können sekundäre Pflanzenstoffe für dich tun?

 

Die Chancen stehen gut, dass Du dich fragst, wie Du Dich gesünder ernähren kannst,  wie Du Stimulanzien und Risikofaktoren für Krankheiten vermeiden kannst.
Du fragst Dich, ob zu viel Kaffee schlecht für Dich ist, oder Schokolade, oder Fruktose. 

Aber Kaffeepflanzen produzieren kein Koffein, um uns wach zu halten, richtig? Weinreben produzieren auch keine Antioxidantien, um unsere Zellen vor freien Radikalen zu schützen.

In den meisten Fällen war es nur ein glücklicher Zufall der Evolution, dass Pflanzen Moleküle produzieren, auf die unser Körper eine biochemische Reaktion zeigt. 

Hier spielt die Coevolution[2] eine Rolle. Verschiedene Eigenschaften - wie z.B. Farben, um Insekten anzuziehen - waren auf Dauer förderlicher für die Pflanzen, die diese ausbildeten. Pflanzen, deren sekundäre Stoffe uns oder anderen Tieren einen Vorteil brachten, wurden auf Dauer häufiger verzehrt. Die Samen konnten effektiver verteilt werden und die Pflanzenart verbreitete sich. Natürlich sorgte dieser Zusammenhang auch für entsprechende kulturelle Veränderungen, da der Mensch beliebte wilde Pflanzen irgendwann landwirtschaftlich kultivierte. 

 

 

 

Anwendungen für die Gesundheit

 

Seit Jahrhunderten haben sekundäre Pflanzenstoffe aufgrund ihrer Aktivität einen festen Platz in der Medizin gefunden. Einige werden nach der Extraktion zusätzlich modifiziert und als Medikament eingesetzt. Andere Pflanzenkomponenten haben psychopharmakologische Effekte, wie bspw. Morphin oder THC.

 

Strukturell leiten sich viele sekundäre Pflanzenstoffe von Aminosäuren und Nukleotiden ab, weswegen sie sich strukturell untereinander ähneln und scheinbar komplizierte Strukturformeln aufweisen.

 

In den letzten Jahrzehnten wurde die Analyse von diesen Stoffen auch immer fortschrittlicher. Chromatographie, Elektrophorese, Isotopen-Techniken und Enzymologie haben die Erkenntnisse auf dem Gebiet der sekundären Pflanzenstoffe stark vorangetrieben[3].

 



Dein Körper reagiert auf sekundäre Pflanzenstoffe, wenn:

 

  1. sie eine allgemeine, chemische Funktionen erfüllen, die in verschiedenen Organismen anwendbar sind -  wie Antioxidantien.
  2. die Moleküle unseren eigenen Signalmolekülen sehr ähnlich sind und an Rezeptoren binden, die eine Reaktion auslösen - wie Koffein. 

 

 

 

9 Arten der sekundären Pflanzenstoffe[4]

 

Viele Sekundäre Pflanzenstoffe sind für uns giftig, sie dienen der Pflanze als Abwehrstoffe gegen Schädlinge oder Fressfeinde. Zu den positiv wirkenden Pflanzenstoffen gehören:

 

  1. Flavonoide

 

Es handelt sich um Farbstoffe (rot, hell­gelb, blau, vi­o­lett) aus verschiedenen Obstsorten, wie Äpfel, Birnen oder Trauben aber auch aus Zwiebeln oder Grünkohl. In in-vitro-Studien und Tierversuchen konnten antioxidative, antithrombotische, blutdrucksenkende, entzündungshemmende und antibiotische Eigenschaften festgestellt werden.

 

  1. Phenolsäuren

 

Es handelt sich um Abwehrstoffe aus verschiedenen Quellen, wie Tee, Vollkorn oder Nüssen. In in-vitro-Studien und Tierversuchen konnten antioxidative Eigenschaften festgestellt werden.

 

  1. Carotinoide

 

Es handelt sich um Farbstoffe (rot, orange, gelb) aus vielen roten Gemüsesorten, wie Tomaten oder Karotten. In in-vitro-Studien und Tierversuchen konnten antioxidative, immunmodulierende und entzündungshemmende Eigenschaften festgestellt werden.

 

  1. Phytoöstrogene

 

Es handelt sich um Pflanzenhormone mit Ähnlichkeit zum menschlichen Östrogen aus z.B. Hülsenfrüchten oder Getreide (wie Sojabohnen). In in-vitro-Studien und Tierversuchen konnten antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften festgestellt werden.

 

  1. Glucosinolate

 

Es handelt sich um Abwehrstoffe aus verschiedenen Kohlarten oder Senf. In in-vitro-Studien und Tierversuchen konnten antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften festgestellt werden.

 

  1. Sulfide

 

Es handelt sich um schwefelhaltige Aromastoffe, z.B. aus Zwiebeln oder Knoblauch. Sie wirkten in vitro oder in Tierversuchen antibiotisch, antioxidativ, antithrombotisch, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend. 

 

  1. Monoterpene

 

Es handelt sich um Duft- und Aromastoffe aus z.B. Minze, Zitronen oder Kümmel. Sie wirkten in vitro oder in Tierversuchen unter anderem cholesterinsenkend.

 

  1. Saponine

 

Es handelt sich um Bitterstoffe aus z.B. verschiedenen Hülsenfrüchte, Hafer oder Soja. Sie wirkten in vitro oder in Tierversuchen unter anderem antibiotisch und antifungal.

 

  1. Phytosterole

 

Es handelt sich um ein Pflanzenhormon mit Ähnlichkeit zum Cholesterin aus z.B. Nüssen, Samen oder Hülsenfrüchten. Sie wirkten in vitro oder in Tierversuchen unter anderem cholesterinsenkend.

 

Die meisten dieser sind bereits in einer ausgewogenen Ernährung enthalten.

 


Das führt uns zur letzten Frage: Warum sind Pflanzen so voller Antioxidantien? 

 

Oxidation[5] ist eine Bedrohung für alle Lebewesen, seien es Pflanzen oder Menschen. Durch toxische Metabolite, UV-Strahlung oder Umweltgifte kann die Oxidation für jeden Organismus gefährlich sein, da sie zelluläre Makromoleküle wie Proteine oder DNA schädigt.

 


Pflanzen entwickelten daher antioxidative Substanzen als Schutzschild für ihre Samen. Da hier die DNA für künftige Generationen liegt, diese Entwicklung für die Gesundheit der Art essentiell. 



Auch Dein Körper ist täglich Opfer der Oxidation. Verursacht durch:

 

  • Giftstoffe
  • unseren eigenen Stoffwechsel
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Altern
  • Rauchen
  • Infektionen
  • Alkohol....und die Liste geht weiter.

 

Theoretisch haben wir ein eigenes Neutralisationssystem für freie Sauerstoffradikale (ROS). Aber, wenn dieses System mit zu vielen freien Radikalen konfrontiert wird...

kann es oft nicht alles auffangen und lässt der Oxidation freien Lauf[6], die uns dann wirklich zusetzen kann. Denn Oxidation schwächt uns und macht uns anfälliger für chronische Krankheiten.  

 


Hier sind die guten Nachrichten für Dich

Wenn der Stress überhandnimmt und wir mit der Welle der Oxidation, die unsere Zellen überschwemmt, nicht fertig werden, können wir pflanzliche Antioxidantien zu uns nehmen[7]. Ganz einfach, weil Pflanzen mit den gleichen Problemen konfrontiert sind! 

 

 

 

 

 

 

[1] http://www2.nau.edu/~gaud/bio300w/secpd.htm.

 

[2] https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/coevolution/14800.

 

[3] http://www1.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e20/20.htm

 

[4] https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/

 

[5] https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/oxidation/48625.

 

[6] https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/oxidativer-stress/6649.

 

[7] https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/.

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